10.12.2020

Energiehändler kritisieren Klimaschutzprogramm der Stadt Tübingen


  • Zukunftspotenziale von klimaneutralen synthetischen Brennstoffen bleiben unberücksichtigt
  • CO2-Reduzierung durch moderne Öl-Brennwerttechnik und Hybridsysteme wird ausgeblendet

Mannheim, 10. Dezember 2020. Der Tübinger Gemeinderat hat im November 2020 das „Klimaschutzprogramm 2020-2030“ beschlossen. Der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte e. V. (VEH) begrüßt grundsätzlich das starke Engagement der Stadt Tübingen für den Klimaschutz und die damit verbundenen ambitionierten Bestrebungen, bis 2030 klimaneutral zu werden. Den Ansatz, das bewährte System Ölheizung einfach zu ersetzen und Zukunftspotenziale auszublenden, hält der Verband allerdings für einen Fehlanreiz. So wurde im Klimaschutzprogramm unter anderem festgehalten, dass „bis 2030 nahezu alle bestehenden Ölheizungen in Tübingen durch Anschlüsse an Wärmenetze oder Umstellungen auf Heizungen auf Basis Erneuerbarer Energien (Solarthermie, Biomasse, Umweltwärme, Bio-Gas)“ ersetzt werden sollen.


Brennstoffe aus Erneuerbaren Energien für eine klimaneutrale Ölheizung

Der Verband kritisiert, dass im Klimaschutzprogramm die Möglichkeit, eine moderne Ölheizung perspektivisch auch mit biogenen oder synthetischen Flüssigbrennstoffen klimaneutral betreiben zu können, völlig außer Acht gelassen wird. Das Klimaschutzprogramm erkennt zwar an, „dass es häufig sehr individuelle Lösungen für den Umstieg bedarf und z. B. biogene Festbrennstoffe nur in geringem Umfang nachhaltig zur Verfügung stehen“. Der zwanghafte Anschluss an Wärmenetze ist nicht nur juristisch höchst bedenklich, sondern auch eine teure Pauschallösung, die den individuellen Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher an einer umweltgerechten und bezahlbaren Wärmebereitstellung zuwiderlaufen.


Moderne Ölheizsysteme sind mit Erneuerbaren Energien kombinierbar und bergen hohes Einsparpotenzial

Zudem blendet nach Ansicht des VEH der angestrebte Technologieaustausch im Klimaschutzprogramm den wichtigen Beitrag, den moderne Öl-Brennwerttechnik und Hybridsysteme bei der CO2-Reduzierung erbringen können, vollständig aus. „Moderne Ölheizungen mit Brennwerttechnik sind gut mit Erneuerbaren Energien kombinierbar und erfüllen damit das in Baden-Württemberg gültige EWärme-Gesetz sowie das Gebäudeenergiegesetz auf Bundesebene“, erläutert Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des VEH. „So lassen sich bei einer Heizungsmodernisierung mit Öl-Brennwerttechnik und der Einbindung von Erneuerbaren Energien in das Heizsystem schnell und zu vergleichsweise geringen Kosten rund 30 Prozent Energie und CO2 einsparen“, so Funke weiter.


Verbraucherinnen und Verbraucher können sich für eine Ölheizung mit Zukunftspotenzial entscheiden.

Die rund 10.000 Bürgerinnen und Bürger in Tübingen, die heute auf das System Ölheizung vertrauen, sollten auch in Zukunft die Möglichkeit haben, sich mit moderner Öl-Brennwerttechnik und in Kombination mit Erneuerbaren Energien für eine klimabewusste Anlage mit Zukunftspotenzial entscheiden zu können. Mit der Perspektive auf klimaneutrale, biogene oder synthetische Flüssigbrennstoffe, die dem Heizöl beigemischt und diese sukzessive auch komplett ablösen können, halten Besitzerinnen und Besitzer einer modernen Ölheizung einen wichtigen Schlüssel in der Hand, um ihre Anlage klimabewusst und zukunftsweisend mit CO2-neutralen, flüssigen Brennstoffen betreiben zu können.

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