08.04.2013

Keine voreilige Investition in Biogasanlagen

  • Förderkonditionen volkswirtschaftlich fragwürdig
  • Lokale Wärmenetze unrentabel und wenig effizient

 

Der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte e. V. (VEH) warnt Energiekunden vor vorschnellen Investitionen in Biogasanlagen oder Beteiligungen an Bioenergiedörfern. Anlass ist der aktuelle Insolvenzfall zweier Biogas-Fonds mit 33 Biogasanlagen, die zum großen Teil im Nordkreis Diepholz in Niedersachsen errichtet worden waren. Im Markt der Erneuerbaren Energien besiegelte der Verlust von etwa 30 Millionen Euro den bislang größten Firmenzusammenbruch auf diesem Markt. Dr. Jörg Lenk, Geschäftsführer des VEH: „Wir haben in der jüngeren Vergangenheit wiederholt Insolvenzen im Zusammenhang mit Biogasanlagen beobachtet. Auch im Verbandsgebiet, insbesondere in Baden-Württemberg, sind mehrere Biogasanlagen in Planung. Im Hinblick auf die Entwicklungen in diesem Bereich in der jüngsten Vergangenheit ist eine unabhängige Beratung und Information für Interessenten unerlässlich.“ 

 

Förderkonditionen volkswirtschaftlich fragwürdig

 

Gegenwärtig wird der Neubau von Biogasanlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren staatlich gefördert. Über Stromgutschriften bekommen Investoren pro Haus ca. 5000 Euro im Jahr – das macht einen Gesamtzuschuss von etwa 100.000 Euro. VEH-Geschäftsführer Lenk sieht die Förderung allerdings kritisch: „Die Förderkonditionen scheinen auf den ersten Blick attraktiv. Eine garantierte Stromvergütung über einen derart langen Zeitraum ist volkswirtschaftlich jedoch äußerst fragwürdig. Die festgelegte Summe über viele Jahre hinweg ist in Hinblick auf eine realistische, dynamische Entwicklung der Energieversorgung und die äußeren Umstände kaum zu rechtfertigen.“

 

Lokale Wärmenetze unrentabel und wenig effizient

 

Ein weiterer Aspekt führte in der Vergangenheit wiederholt zu heftiger Kritik an Biogasanlagen und Bioenergiedörfern im Speziellen: Die mangelnde Effizienz und Rentabilität lokaler Wärmenetze. Dr. Jörg Lenk erklärt: „Die Verteilung der durch Biogas erzeugten Energie geschieht in Bioenergiedörfern häufig mittels lokaler Wärmenetze. Deren Betrieb lohnt sich allerdings erst bei einer Mehrfamilien­haus­bebauung mit jeweils 20 Wohneinheiten und der Nutzung moderner Kraft-Wärme-Kopplung. Diese Voraussetzungen erfordern nicht nur hohe Investitionen. Sie sind im Falle des typischen Bioenergiedorfs auf dem Land häufig schlichtweg nicht gegeben.“  

 

Die langfristig angelegten Investitionen sind auch im Zusammenhang mit der von der Bundesregierung angestrebten Steigerung der Energieeffizienz problematisch. Der Wärmebedarf im Gebäudebestand soll bis 2020 um 20 Prozent sinken. Bei zunehmender Energieeffizienz sinken jedoch auch die Gewinne für die Investoren – meist die Bewohner des Bioenergiedorfs. Dies hatte eine vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Studie der Ostfalia Hochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel gezeigt.  

 

Die Pressemitteilung als PDF (Download)

 

 

 

 

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