06.08.2014

Verband gegen Verbrennungsverbote in Hessen

Pressetext zum Pressegespräch am 6. August 2014 in Frankfurt/Main

  • Derzeit 83 Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge in Hessen, davon zehn in Frankfurt/M.
  • Heizölpreise derzeit auf stabil niedrigem Niveau
  • Rund 200.000 hessische Ölheizungen zu alt

Mit 83 Verbrennungsverboten und Anschlusszwängen in 40 Kommunen hält Hessen einen traurigen Rekord. Bezogen auf die Bevölkerungszahl handeln in keinem anderen Bundesland Kommunen so exzessiv zum finanziellen Nachteil ihrer Bewohner, wenn es um die Wahl des Wärme-Energieträgers geht.

 

Auch die größte Stadt Hessens geht dabei mit schlechtem Beispiel voran. Allein in Frankfurt am Main bestehen derzeit zehn Verbrennungsverbote und Anschlusszwänge.

 

„Dabei geht es für die Kommunen nicht zuvorderst, wie meist kommuniziert, um den Schutz des Klimas, sondern um den Schutz der meist ihnen mehrheitlich gehörenden regionalen Energieversorger“, so Dr. Jörg Lenk, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. Diese müssten aufgrund ihres Kraftwerkparks Fernwärme absetzen – koste es, was es wolle. Und das geschehe dann in den seltensten Fällen zum Nutzen der Anwohner. Eine Sektoruntersuchung des Bundeskartellamtes habe diese im Jahr 2012 bestätigt. Dabei ermittelten die Kartellwächter, dass insbesondere dort, wo Fern- und Nahwärmemonopole existierten, überproportional an der Preisschraube gedreht würde.

 

Freie Wahl der Heiztechnik

 

„Doch wir sehen nicht nur die finanziellen Nachteile“, so Lenk weiter. „Wir plädieren auch dafür, dass Hausbauer und -besitzer wissen, welche Energieform für sie am wirtschaftlichsten ist. Diese Lösung ist dann meist auch die ökologisch beste.“ Von der Fernwärme könne man das nicht behaupten. 2010 kam eine Untersuchung der Ostfalia Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel zu dem Schluss, dass Fernwärme weder ökologisch gegenüber anderen Energieträgern im Vorteil sei, noch im Hinblick auf die zukünftige Nutzung. Denn auch wirtschaftlich kann Fernwärme sich nur in Ballungsgebieten rechnen. In Gegenden, die mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen haben, sei eine wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung hingegen in Zukunft kaum mehr darstellbar.

 

Heizölpreise bewegen sich kaum

 

Mit dem Beginn der Heizperiode im kommenden Monat rücken auch die Heizölpreise wieder in den Blickpunkt der Kunden. „Diese“, so Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V., „bewegen sich seit Jahresbeginn in einem engen Korridor von 79 bis 83 Euro für 100 Liter einer Gesamtliefermenge von 3.000 Litern.“ Aktuell sind zwischen 81 und 83 Euro zu zahlen.

 

Diese Stabilität sei auf ein sehr gutes Angebot auf dem Markt zurückzuführen, so der VEH-Geschäftsführer. Selbst die Krisen im Nahen Osten, die immer wieder aufflackernden Streiks der Ölarbeiter in Libyen und die Ausfälle bei Südamerikas größtem Ölförderer Venezuela würden meist von Mitgliedern der OPEC ausgeglichen. Funke rechnet deswegen auch weiterhin mit stabilen Preisen.

 

Auch die Entwicklung bei anderen Energieträgern sei von großer, preislicher Stabilität geprägt. Pellets etwa, ein Brennstoff, der auch in Hessen immer beliebter werde, sei im Jahresverlauf sogar leicht gesunken und liege aktuell 8 Prozent unter Vorjahresniveau.

 

Jetzt modernisieren mit „Deutschland macht Plus!“

 

Funke wies zudem auf die rund 200.000 veralteten Ölheizkessel hin, die derzeit in hessischen Kellern stehen und zum Teil einen bis zu 40 Prozent höheren Verbrauch hätten als moderne Brennwerttechnik. Im Durchschnitt rechne sich das Auswechseln bereits nach gut sieben Jahren. Wer modernisieren wolle, solle dabei auch die Möglichkeit einer Solarthermieanlage in Betracht ziehen. Diese lassen sich besonders gut mit einer Ölheizung kombinieren und könnten in der wärmeren Jahreszeit den kompletten Warmwasserbedarf eines Einfamilienhauses abdecken.

 

Wer sich dafür entscheidet, so Funke, könne die Modernisierungsaktion „Deutschland macht Plus!“ nutzen. Die vom Institut für Wärme und Oeltechnik e.V. (IWO) am 1. August 2014 gemeinsam mit führenden Heizgeräteherstellern und teilnehmenden Mineralölhändlern gestartete Aktion gewährt Modernisierern beim Einbau einer neuen Öl-Brennwerttechnik-Heizung 300 Euro Zuschuss. Zudem unterstütze das IWO die Modernisierer, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Zuschuss von bis zu 900 Euro zu erhalten.

Die Pressemitteilung als Download (PDF)

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