14.08.2012

Energienews 04/2012

Öl-Hybridheizungen als Speicher für überschüssigen Ökostrom

Im Zuge der Energiewende wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien ehrgeizig vorangetrieben. Doch die grüne Energie lässt sich gegenwärtig kaum speichern und bleibt teilweise ungenutzt. Ein Überschuss an Ökostrom kann sogar zu einer Belastung für die noch unzureichend ausgebauten Stromnetze in Deutschland werden. Aktuelle Studien zeigen hier eine alternative Perspektive auf: Die Speicherung von Ökostrom im Wärmemarkt. Moderne Hybridheizungen stellen eine zügig umsetzbare Möglichkeit dar, das Stromüberangebot wirtschaftlich aufzufangen. Als besonders vorteilhaft erweisen sich dabei hybride Heizsysteme mit Öl-Brennwerttechnik.

 

Nach einem Jahr Energiewende in Deutschland zeichnen sich zwei fundamentale Herausforderungen deutlich ab: der Transport und die Speicherung von Strom aus Erneuerbaren Energien. Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH), erklärt: „Erneuerbare Energien wie zum Beispiel Wind- und Sonnenenergie sind an bestimmte Orte oder Tageszeiten gebunden. Dadurch kommt es zu Lastschwankungen, die durch geeignete Speicher oder den Weitertransport des überschüssigen Stroms ausgeglichen werden müssen.“ Eine Menge Energie bleibe derzeit ungenutzt oder gelange nicht an die richtigen Orte, so Funke weiter. „Ein Zuviel an Ökostrom kann sogar zu einer Überbelastung des Stromnetzes führen. Hier kann nämlich nur so viel bereitgestellte Energie genutzt werden, wie auch verbraucht wird.“

 

Als kurzfristige Lösung für dieses Problem schlagen Experten jetzt die dezentrale Speicherung oder direkte Nutzung überschüssigen Ökostroms im deutschen Wärmemarkt vor. Laut einer Studie des Zentrums für Innovative Energiesysteme (ZIES) und Energie Baden-Württemberg (EnBW) eignen sich dazu Hybridheizungen, zum Beispiel in privaten Haushalten oder Gewerbegebäuden. Hans-Jürgen Funke dazu: „Der Ökostrom könnte zum Beispiel in die Warmwasserspeicher von Hybridheizungen eingespeist werden. Im Falle eines Stromüberschusses würden sich eingebaute elektrische Heizstäbe einschalten und den Haushalt mit Warmwasser versorgen.“ Ein positiver Nebeneffekt wäre die Entlastung des Heizkessels. So könnte die Primärenergie, zum Beispiel Heizöl, eingespart und CO2-Emissionen vermieden werden. 

 

Gute Argumente für Öl-Hybridheizung

 

In puncto Hybridheizung sprechen viele Argumente für die Kombination mit einem Öl-Brennwertkessel: Wind- und Sonnenenergie sind nicht ständig verfügbar. Heizöl kann als primärer Energieträger jedoch zuverlässig Bedarfsspitzen abdecken. Das besonders große Volumen der Pufferspeicher von Öl-Hybridheizungen macht die Speicherung relativ zeitunabhängig. Außerdem ist die moderne Brennwerttechnik sehr weit entwickelt. Die eingesetzte Energiemenge kann bis zu beinahe 100 Prozent genutzt werden. Nicht ohne Grund entscheiden sich die Mehrzahl der Hausbesitzer bei einer Heizungssanierung oder dem Einbau einer Hybridheizung für die Kombination Öl und Solar.

 

Für das Konzept der Zwischenspeicherung ist es wichtig, den überschüssigen Ökostrom möglichst schnell in die Wärmespeicher der Hybridheizungen einzuspeisen. Eine Studie der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE) im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) betont die Vorteile kurzer Transportwege.  Ökostrom wird vornehmlich in ländlichen Gebieten mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern produziert. Für diese Gebäude biete eine Öl-Hybridheizung die geeignete Wärmeversorgung. So werden die Vorteile der verschiedenen Energieträger optimal genutzt.

 

Energiemix und Effizienz auf dem Weg zur Energiewende

 

Um die Zielwerte der Energiewende zu erreichen, müssen frische Ideen mit bewährten Erkenntnissen verbunden werden. Dabei sprechen neue Konzepte wie der Einsatz von Hybridheizungen als Energiespeicher durchaus für sich. Laut ZIES und EnBW genügt eine Umrüstung von ca. 270.000 Wärmeerzeugern für die Aufnahme der überschüssigen Strommengen aus dem Jahr 2010. Ein solches System könnte beim Fortbestehen des derzeitigen Gebäudebestands und der Beheizungsstruktur bis 2020 funktionieren. VEH-Geschäftsführer Funke ist sicher: „Das Energieversor­gungssystem mag sich im Wandel befinden, der Energiemix bleibt jedoch ohne Alternative. Nur mit der gezielten Nutzung fossiler und erneuerbarer Energieträger sowie weitgehender Technologieoffenheit können wichtige Schritte auf dem Weg zur Energiewende realisiert werden.“

 

Der Newsletter als PDF zum Download.

 

 

« Zurück zur Übersicht »

Wir sind für Sie da

Verband für Energiehandel
Südwest-Mitte e.V.
Tullastr. 18
D-68161 Mannheim


Telefon:
(0621) 411095
Telefax: (0621) 415222
E-Mail: info@veh-ev.de

Mitglieder-Bereich



Energie-Tweets

Durch die Energie-Tweets auch unterwegs die wichtigen Neuigkeiten aus dem Energie- und Wärmemarkt lesen.

Ganz einfach und unkompliziert durch Twitter.

Individuelles Heizen

Klimaneutrales Unternehmen

Unsere Partner

Unsere Partner