26.10.2016

Klimaschutzplan 2050 ignoriert globale Auswirkungen

Pressemitteilung vom 26.10.2016

Ullrich Grube, erster Vorstandsvorsitzender des VEH, benennt in seinem Brief vom 24.10.2016 an die Kabinettsmitglieder Probleme und Alternativen zum Klimaschutzplan 2050.

 

Anlässlich der geplanten Verabschiedung des Klimaschutzplans 2050 durch das Kabinett am kommenden Mittwoch, den 02. November 2016, wandte sich Ullrich Grube, Vorstandsvorsitzender des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH), an die Mitglieder des Bundeskabinetts. In seinem Brief nennt er grundsätzliche Kritikpunkte am Klimaschutzplan, verweist aber auch auf die Lösungsansätze von Franz Josef Radermacher, der sich für eine globale Betrachtung des Klimaschutzproblems einsetzt.

 

Maßnahmen des Klimaschutzplans 2050 schwächen Verbraucher sowie Wirtschaft und gefährden die Versorgungssicherheit

Klimaschutz wird in der aktuellen politischen Debatte von der Bundesregierung mit Dekarbonisierung gleichgesetzt. CO2 soll gar nicht erst emittiert werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Bindung des Treibhausgases als Ersatzleistung zulässig. Dieser Ansatz bedeutet eine umfassende Elektrifizierung des Lebens und Wirtschaftens in Deutschland. Ullrich Grube äußert dazu vor allem Sicherheitsbedenken. Denn die Stromversorgung ist aufgrund der mangelhaften Speicherbarkeit elektrischer Energie bei Störungen oder externen Angriffen wie Systemhacks in kritischen Einrichtungen maximal für wenige Stunden gesichert. Bei konventionellen Energieträgern können dagegen Vorräte für mehrere Wochen, bei Heizöl in privaten Haushalten sogar mehrere Jahre, bevorratet werden.

Eine Umstellung auf Strom ist nicht nur aus Sicherheitsgründen bedenklich, sondern auch aus sozialer Sicht. Die Umstellung auf Elektromobilität und elektrische Wärmeversorgung erfordert massive Investitionen und Unterhaltskosten – vor allem aus privater Hand. Sozial schwächeren Personengruppen wie Rentnern würde die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben enorm erschwert. Eigenheimbesitzer wären zu einer Umrüstung ihrer Immobilie auf Passivhaustandard genötigt, da die elektrische Wärmebereitstellung in den verschiedenen Formen nur dann ausreichend ist. Diese Investitionen belaufen sich bei einem Einfamilienhaus schnell auf 120.000 Euro und sind für viele unerschwinglich.

Die Energiewende ist ein Wirtschaftstreiber – so die Bundesregierung. Die Maßnahmen des Klimaschutzplans würden in ihrer beschränkten Geltung aber die Abwanderung von Industrien, Arbeitsplätzen und damit Finanzkraft – den sog. Carbon Leakage-Effekt – befördern. Die Emissionen, die hier eingespart werden, stoßen Industrien andernorts aus – oft in Wachstumsländern. Wenn die Nachfrage nach fossilen Energieträgern aus Deutschland  sinkt, fiele zudem deren Preis, sodass diese aufstrebenden Staaten problemlos mehr Energie aus fossilen Rohstoffen erzeugen könnten. Die Klimafolgen hingegen müssten wir ebenso tragen.

 

Sofort klimaneutral: Durch Aufforstung CO2 binden und Lebensraum erhalten

Anstatt die hocheffizienten, fossil betriebenen Anlagen in Deutschland und der gesamten industriellen Welt beinahe schlagartig stillzulegen, um den Klimawandel abzumildern, verweist Ullrich Grube auf globale Lösungsansätze wie sie auch Franz Josef Radermacher beschreibt. Er fordert eine „Klimaneutralstellung“ der durch die Nutzung fossiler Rohstoffe erzeugter Emissionen. Beispielhaft führt er an, dass mit einem Aufpreis von zwei bis drei Cent pro Liter Heizöl als Abgabe an einen Klimafond die Aufforstung in den tropischen und subtropischen Gebieten finanziert werden könnte, wodurch die entsprechenden Mengen CO2 wieder gebunden würden.

Der große Vorteil liegt bei diesem Ansatz jedoch nicht in der Möglichkeit, die Umstellung auf erneuerbare Energien in einem erträglichen Tempo fortzuführen, was national gesehen natürlich weiterhin das Ziel bleibt. Vielmehr ermöglicht die Aufforstung gleichzeitig die Wiederherstellung der durch den Klimawandel verloren gegangenen oder bedrohten Lebensräume und sozialen Strukturen. Neben der Erderwärmung würde dies auch klimabedingten Abwanderungen und Flüchtlingsströmen vorbeugen.  

 

Klimaschutz sollte global gedacht werden

Unter diesen Vorzeichen betrachtet greifen die Maßnahmen des Klimaschutzplans zu kurz. Sie würden die CO2-Emissionen nicht verhindern, sondern verlagern. Globale Lösungsansätze finden sich in diesem Papier dagegen nicht wieder. Diese würden eine umfassende, schrittweise Umstellung auf regenerative Energien ermöglichen, ohne Sicherheits- oder Versorgungsrisiken einzugehen. Ein Plan, der für die kommenden Jahrzehnte die Klimaschutzanstrengungen Deutschlands anleiten soll, mit seinen Betrachtungen jedoch an den Grenzen der BRD halt macht, ist demnach nicht zielführend.  

 

Die vollständige Stellungnhame als Download (PDF).

 

Die vollständige Pressemitteilung als Download (PDF).

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