31.01.2017

Branche fordert: Energiewende-Debatte versachlichen

Energieexperten sprechen sich in Neu-Ulm für einen offenen Wettbewerb und internationale Lösungsansätze für die Energiewende aus.

 

  • 36. Neu-Ulmer Energietag: Branchentreffen des südwestdeutschen Energiehandels
  • Preise für Heizöl weiterhin verbraucher­freundlich
  • Technologieoffenheit und Wettbewerb fördern den Klimaschutz mehr als Einschränkungen

 

150 Energiehändler trafen sich am 26.1.2017 zum 36. Neu-Ulmer Energietag. Gemeinsam mit Branchenexperten diskutierten sie die nationale und internationale Energie- und Klimapolitik. Als technisch und finanziell problematisch wurde besonders die Begrenzung der Lösungsstrategien auf die vollkommene Elektrifizierung gesehen. Um die UN-Klimaziele zu erreichen, sollten Maßnahmen international und technologieoffen gesucht werden.

 

Der Neu-Ulmer Energietag ist bei den südwestdeutschen Energiehändlern eine feste Größe im Kalender. Bereits zum 36. Mal fand die Tagung als Erfahrungsaustausch der Branche in Neu-Um statt – in diesem Jahr unter dem Titel „Klimawandel und Energiewende vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung: Versuch einer Versachlichung der politischen Diskussion“.

 

Nationale Regulierungen kontraproduktiv für Klimaschutz

Der schwäbische Regierungspräsident Karl Michael Scheufele betonte zu Beginn der Tagung, Energie müsse für Industrie und Verbraucher im Zuge der Energiewende bezahlbar bleiben. Dr. Lindenberger vom Energiewirtschaftlichen Institut (EWI) stimmte mit Scheufele überein, dass die Entwicklung sinnvoller technischer Energielösungen für den Klimaschutz durch einen offenen Wettbewerb am besten befördert werde.

 

Ullrich Grube, Vorsitzender des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH), erklärte weiter: „Die klimapolitischen Problemstellungen müssen auf internationaler Ebene gelöst werden. Deutschland verfolgt in der UN die richtigen Ziele. Die Bestimmungen auf nationaler Ebene, vor allem zur im Klimaschutzplan 2050 beschriebenen umfassenden Elektrifizierung, wirken den internationalen Maßnahmen entgegen. Sie sind weder kosteneffizient noch tragen sie zu einer größeren Treibhausgaseinsparung im Ganzen bei.“ Andere Optionen wie CO2-Kompensationsstrategien sollten laut Grube ernsthaft in Betracht gezogen werden. Nur unter Beachtung aller technischen und politischen Möglichkeiten seien die internationalen Klimaziele erreichbar.


Kosten sind entscheidend für Investitionen in Energieeffizienz

Neben dem großen Rahmen wurden in Neu-Ulm auch die Kosten für einzelne Energieeinsparungsmaßnahmen diskutiert. Stefan Albat, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., führte dazu aus, dass die Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit dieser Kosten die Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen in Gebäuden wie die Installation moderner Heizkessel oder Dämmung drastisch beschleunigen und zusätzliche Mehreinnahmen im Milliardenbereich für den Bundeshaushalt erzielen würden.

 

Eine einfache Kesselmodernisierung einer Ölheizung mit moderner Öl-Brennwerttechnik kann Verbrauchern bis zu 30 Prozent Heizkosten und der Umwelt ebenso viel CO2 sparen. Damit ist eine Kesselmodernisierung die kosteneffizienteste Energiesparmaßnahme in Gebäuden.

 

Verbraucherfreundliche Ölpreise nach OPEC-Einigung

Frank Klumpp, Rohstoffanalyst der LBBW, betrachtete die Entwicklung des Ölpreises nach der Ankündigung der Förderkürzungen durch die OPEC und ihre Partner: Allein die Debatte über die Angebotsverknappung habe bereits den erhofften Preiseffekt erzielt, sodass die Erdölförderstaaten wieder gewinnbringend Öl fördern und handeln können. Dabei sind die Kosten bspw. für Heizöl aus Sicht des VEH immer noch verbraucherfreundlich. Der Preis für Heizöl liegt im Bundesdurchschnitt momentan zwischen 59 und 61 Cent/Liter bei einer 3.000-Liter-Order. 

 

Hintergrund zum Neu-Ulmer Energietag

Der Neu-Ulmer Energietag ist ein wichtiges Branchentreffen des südwestdeutschen Energiehandels. Im Fokus stehen dabei die Themen Energieeffizienz und -beratung, Energiepolitik sowie die Energiepreisentwicklung. Der VEH und die UNITI Regionalgruppe Bayern vertreten größtenteils mittelständische Energiehändler unter anderem aus den südwestdeutschen Bundesländern Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Bayern und Baden-Württemberg.

 

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