25.01.2018

Die Energiewende als Evolution

Beim 37. Neu-Ulmer Energietag stehen Technologieoffenheit und innovative Brennstoffe im Zentrum der Diskussion über eine erfolgreiche Wärmewende.

  • Heizölpreis bei ca. 64-66 Cent/Liter weiterhin verbraucherfreundlich
  • Mehr als jeder 3. Baden-Württemberger nutzt Heizöl
  • Technologieoffenheit und Modernisierung mit Brennwerttechnik sind die Erfolgsfaktoren der Energiewende

Unter dem Titel „Evolution statt Revolution: Wie die Energiewende sinnvoll gestaltet werden kann“ trafen sich Energiehändler aus Baden-Württemberg und Bayern am 25.01.2018 in Neu-Ulm, um gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über geeignete Ansätze zur Verwirklichung der Energiewende zu beleuchten. Besonders kritisch wurde der häufig politisch diskutierte Impuls angesehen, den Wärmemarkt vollständig zu elektrifizieren. Der Neu-Ulmer Energietag ist eine wichtige Plattform zum Erfahrungsaustausch unter mittelständischen Energiehändlern und fand dieses Jahr bereits zum 37. Mal statt.

 

Heizöl und Holz weiterhin günstige Wärmelieferanten

Die Preisentwicklung ist immer ein zentrales Thema unter Energiehändlern: Im Bundesdurchschnitt* bleibt Heizöl mit 5,72 Ct/kWh zusammen mit Holzpellets (4,64 Ct/kWh) der günstigste Energieträger. Heizstrom dagegen ist mit 21,84 Ct/kWh ungleich teurer. „Für Verbraucher in Baden-Württemberg sind das gute Nachrichten, denn mehr als jeder Dritte im Land nutzt Heizöl und spürt die Preise bei den Nebenkosten“, erklärt Thomas Rundel, Energiehändler aus Singen und Vorstandsvorsitzender des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH). Der Anstieg des Heizölpreises folgt dem des Rohölpreises. Dieser stieg in den letzten Monaten unter anderem aufgrund relativ leerer Öllager in den USA, der konsequenten Förderdrosselungen der OPEC-Staaten sowie einer stabilen Rohölnachfrage am Weltmarkt.

 

Das EWärmeG als Hindernis für Modernisierung

Unter dem Thema Energiepolitik wurde mit Blick auf Baden-Württemberg meist das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) diskutiert. Darin werden Bürger, die ihre Heizung modernisieren, verpflichtet, 15 Prozent erneuerbare Energien einzubinden. Damit wird die Modernisierung meist teurer und weniger flexibel. Nach Einschätzung der Heizgeräteindustrie werden durch solche Regulierungen Heizungen immer wieder repariert anstatt sie gegen effizientere Geräte auszutauschen.

 

Derzeit wird im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft eine Erweiterung des EWärmeG diskutiert. Maßnahmen zur Elektrifizierung der Wärmeversorgung und sogar ein Einbauverbot von Ölheizungen ab 2025 werden dabei abgewogen. Solche technologischen Einschränkungen würden die Kosten für Modernisierer und Verbraucher weiter in die Höhe treiben.

 

 „Jedes Gebäude hat eigene Voraussetzungen und braucht individuelle Lösungen. Die freie Wahl der eigenen Heiztechnologie ermöglicht einen fairen Wettbewerb und die dynamische Entwicklung innovativer Heizungslösungen für die Wärmewende“, unterstreicht Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des VEH. „Wir setzen uns daher für Technologieoffenheit in der Energiewende ein.“

 

Technologieoffene Modernisierung als Schlüssel zum Erfolg

Anstelle impraktikabler Maßnahmen diskutierten die Teilnehmer beim Neu-Ulmer Energietag klimafreundliche Wärmelösungen, die die Bürger nicht über Gebühr belasten. Eine der kosteneffizientesten Optionen ist die einfache Modernisierung alter Ölheizungen mit moderner Öl-Brennwerttechnik. Bis zu 30 Prozent Heizenergiekönnen dadurch eingespart werden.

 

Zudem bieten einige Händler bereits klimaneutrales Heizöl an. Dabei werden die beim Heizen erzeugten CO2-Emissionen mithilfe von Investitionen in Kompensationsprogramme wie Aufforstungen ausgeglichen. Damit die heute installierten Ölbrennwertkessel zukünftig gänzlich klimaneutral heizen, werden vermehrt flüssige Brennstoffe aus erneuerbaren Quellen entwickelt. Voreilige Regulierungen oder gar Verbote können den Erfolg dieser und anderer Technologien für die Energiewende gefährden.

 

Hintergrund zum Neu-Ulmer Energietag

Der Neu-Ulmer Energietag ist ein jährliches Branchentreffen des südwestdeutschen Energiehandels. In seinem Fokus stehen die Themen Energieeffizienz und -beratung, Energiepolitik sowie die Energiepreisentwicklung. Der VEH und die UNITI Regionalgruppe Bayern vertreten größtenteils mittelständische Energiehändler unter anderem aus den südwestdeutschen Bundesländern
Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Bayern und Baden-Württemberg.

 

*Preisvergleich am Stichtag 15.12.17

 

Diese Pressemitteilung finden Sie auch hier als Download (PDF).

« Zurück zur Übersicht »

Wir sind für Sie da

Verband für Energiehandel
Südwest-Mitte e.V.
Tullastr. 18
D-68161 Mannheim


Telefon:
(0621) 411095
Telefax: (0621) 415222
E-Mail: info@veh-ev.de

Mitglieder-Bereich



Energie-Tweets

Durch die Energie-Tweets auch unterwegs die wichtigen Neuigkeiten aus dem Energie- und Wärmemarkt lesen.

Ganz einfach und unkompliziert durch Twitter.

Individuelles Heizen

Klimaneutrales Unternehmen

Blickpunkt Öl

Unsere Partner

Unsere Partner