07.12.2017

Mit Brennwerttechnik Schritt für Schritt zur modernen Wärmeversorgung

Kritik an Vorschlägen zur Verschärfung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG)

  • Mehr als jede 2. Heizung im Land ist älter als 20 Jahre und arbeitet ineffizient
  • Jeder 3. Baden-Württemberger nutzt Heizöl
  • Heizölpreis mi Südwesten: 64-66 Cent/Liter einer 3.000-Liter-Order

 

In der Adventszeit ist ein gemütliches, warmes Zuhause besonders wichtig. Für Baden-Württemberger könnte die heimelige Wärme bald jedoch ganz schön teuer werden, denn das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft wägt gerade eine Erweiterung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) ab. Dieses schreibt heute schon vor, dass Hausbesitzer, die ihre Heizung modernisieren, zukünftig 15 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Bereits diese Anforderung führt dazu, dass im Bundesland nach Einschätzung der Heizgeräteindustrie weniger Heizungen modernisiert werden – aus Kostengründen oder weil sich die Hauseigentümer ihre Heizung nicht vorschreiben lassen wollen.


Die Forderungen einer aktuellen Studie im Auftrag des Ministeriums gehen über die derzeitigen Bestimmungen noch hinaus: Sie schlagen nicht nur Ausgleichsabgaben vor oder – wo ein Anschluss an Wärmenetze nicht möglich ist – die Elektrifizierung der Wärmeversorgung, sondern sogar ein Einbauverbot von Ölheizung ab 2025.


„Eine flächendeckende Wärmeversorgung über Wärmenetze und  Strom-Wärmepumpen ist in der aktuellen und absehbaren Bausubstanz nicht denkbar. Die benötigte Kraftwerksleistung würde sich enorm erhöhen. Vor dem Hintergrund des angestrebten Kohleausstiegs ist das unrealistisch“, erklärt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e. V. (VEH). „Sinnvoller sind Heizungssanierungen mit Brennwerttechnik. So können Verbraucher bis zu 30 Prozent Energie, Kosten und CO2 einsparen. Langfristig werden für diese Heizungen auch klimaneutrale flüssige Brennstoffe verfügbar sein“, betont Andreas Maier vom Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO).

 

Strom aktuell teuerste Wärmequelle
Mit 21,84 Cent je Kilowattstunde war der Heizstrompreis Ende Oktober rund viermal so teuer wie etwa der von Holzpellets (4,54 Ct/kwh), Heizöl (5,38 Ct/kwh) oder Erdgas (5,86 Ct/kwh). Auch Fernwärme ist mit 7,61 Cent je Kilowattstunde im Vergleich kostenintensiv.


Brennwerttechnik: Erster Schritt zur Wärmewende
Damit die Energiewende im Heizungskeller nicht an den Bürgern vorbei geplant wird, muss sie finanzierbar bleiben. In diesem Sinne ist der Austausch bspw. der alten Ölheizung durch ein neues Ölbrennwertgerät ein erster, kosteneffizienter Schritt. Durch den Einsatz von zehnprozentigem Bio-Heizöl und die Erstellung eines Sanierungsfahrplans erfüllt diese Maßnahme auch das aktuelle EWärmeG.


Weg der Wärmewende: effizient – hybrid – klimaneutral
Um weiter Energie einzusparen, kann der neue, effiziente Brennwertkessel später mit einer Solarthermieanlage oder dem heimischen Kaminofen verbunden werden. Klimaneutral arbeiten Ölbrennwertgeräte durch verschiedene CO2-Kompensa¬tions¬pro¬gram¬me für Heizöl sowie mittel- und langfristig auch mithilfe klimaneutraler flüssiger Brennstoffe. Diese werden beispielsweise aus Algen, Abfall und überschüssigem Strom produziert. Die ersten Produktionsanlagen sind bereits in Betrieb. Weitere Verfahren werden aktuell erforscht.


Technologieoffene Förderung statt vorschneller Regulierung
„Für eine erfolgreiche Energiewende darf es keine Denkverbote geben. Jedes Haus, jeder Eigentümer und jede Region hat eigene Voraussetzungen und braucht daher individuelle Lösungen. Zulässige Heiztechnologien auf Wärmenetze und strombasierte Wärmesysteme einzuschränken behindert Modernisierungen, da sie diese unnötig verteuert und verkompliziert“, gibt Hans-Jürgen Funke zu bedenken, „Wir sprechen uns daher für technologieoffene Maßnahmen wie die steuerliche Absetzbarkeit von Modernisierungsmaßnahmen aus.“

Diese Pressemitteilung finden Sie auch hier als Download (PDF).

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