24.06.2013

Energienews 03/2013

Fossile Energieträger bleiben Basis der zukünftigen Energieversorgung

 

In der Auseinandersetzung um die klimapolitischen Ziele der Energie-wende ist die Frage nach dem zukünftigen Energieträger-Mix grundlegend. Wird die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen auch weiterhin zunehmen, bleiben fossile Energieträger für die Energieversorgung Deutschlands von großer Bedeutung. Dies zeigt auch die kürzlich erschienene „Energieprognose Deutschland 2013 - 2040“ des Konzerns ExxonMobil auf: Demnach werden Öl, Erdgas und Kohle in 25 Jahren voraussichtlich etwa drei Viertel des Energieverbrauchs in der Bundesrepublik decken. Für Politik und Hausbesitzer bedeutet dies, bei Heizungsbau und ‑sanierung auch weiterhin auf Energieeffizienz und bedarfsorientierte Lösungen in puncto Energiemix zu setzen. 

 

„Um auch in Zukunft eine sichere, wirtschaftliche und klimaschonende Energieversorgung in Deutschland zu gewährleisten, müssen die unterschiedlichen Potenziale der verfügbaren fossilen und erneuerbaren Energieträger genutzt werden“, kommentiert Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH) die Studie von ExxonMobil. Der VEH befürworte daher den breit aufgestellten Energiemix. „Die energiepolitischen Ziele der Energie-wende sind vielschichtig. Es geht nicht nur um die Senkung der CO2-Emmissionen, sondern auch um weniger Verbrauch und bezahlbare Energie für jeden Haushalt.“

 

Prognose zum Energiebedarf in Deutschland bis 2040

 

Die aktuelle Studie rechnet eindrücklich vor, wie sich der Energiebedarf in Deutschland bis 2040 entwickeln könnte. Dieser werde demnach auch in 35 Jahren noch überwiegend durch fossile Energieträger, insbesondere Erdgas und Mineralöl, gedeckt. Die erneuerbaren Energien nehmen nach den Berechnungen bis 2040 um 60 Prozent zu. Ihr Anteil am Primärenergieverbrauch betrage jedoch nur 25 Prozent. Der Anteil von Mineralöl liege ebenfalls bei 25 Prozent. Insgesamt gehe der Einsatz von Primärenergie bis 2040 um rund ein Viertel zurück. Bei der Stromerzeugung würden rund 35 Prozent aus erneuerbaren Quellen erzeugt.

 

Bei Heizungswahl an Verbraucher und Gebäude orientieren

 

Für den einzelnen Hausbesitzer bedeutet dies, sich auch künftig vor dem Heizungsneubau oder der -modernisierung in Bezug auf die Energieträgerwahl über alle Optionen zu informieren. Dabei kommt es sowohl auf die eigenen Bedürfnisse als auch auf die Beschaffenheit und Lage des Gebäudes an. Hans-Jürgen Funke: „Es ist wichtig, sich einen Überblick über die Vorzüge verschiedener Energieträger und die entsprechenden Technologien zu verschaffen. Wir empfehlen stets, sich dabei professionellen Rat von einem Energieberater zu holen.“

 

Von der langfristig besonders effizienten, aber aufwendigen Vollsanierung bis zur Step-by-Step-Sanierung des Heizkessels – für Modernisierungswillige bieten sich viele Möglichkeiten. Im Trend sind vor allem Hybridheizungen, die z. B. modernste Öl-Brennwerttechnik mit einer Pelletheizung oder Solaranlage kombinieren. Vor allem für die Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern bietet sich der Einsatz von Kompaktgeräten an, die die Wärmeerzeugung zum Beispiel beim Einsatz von Heizöl mit Wärmepumpen koppeln. Auch diese Heizungen können modulweise mit Solarthermie weiter ergänzt werden.

 

Motivation durch Freiwilligkeit und individuelle Förderung

 

Neben der notwendigen Vielfalt an eingesetzten Energieträgern in deutschen Heizungskellern spielt auch die Motivation der Hausbesitzer zu energetischen Sanierungsmaßnahmen eine zentrale Rolle. VEH-Geschäftsführer Funke: „In diesem Punkt teilt der VEH eine Meinung mit vielen Sachverständigen: Die Motivation zur Eigeninvestition muss auf Freiwilligkeit basieren.“ Das bedeutet, dass Hausbesitzer selbst entscheiden sollen, wann und wie sie ihre Heizung modernisieren. Die entsprechenden Maßnahmen sollten individuell durch finanzielle Unterstützung gefördert werden.

 

Als kontraproduktiv schätzen Experten gesetzliche Vorgaben ein. So hat sich z. B. in Baden-Württemberg nach Einführung des Erneuer-bare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) gezeigt, dass Hausbesitzer vor der Investition in die energetische Modernisierung an Heizung und Gebäude zurückschrecken, wenn sie zu bestimmten Maßnahmen gezwungen werden.  Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Umfrage im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik e.V. (IWO) im Oktober 2011 zum EWärmeG: Die Mehrheit der 400 befragten Hausbesitzer empfanden die Ordnungsvorgaben als Zwang. Die Verbraucher fühlten sich verunsichert, weshalb sie sich letzten Endes gegen eine Sanierung entschieden. Maßgaben für die Politik sollten demnach vielmehr sozial ausgewogene Angebote, Beratung und Freiwilligkeit sein.

 

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