07.12.2016

OPEC-Einigung mit kurzfristigem Preiseffekt

Heizölpreise mittelfristig auf weiterhin günstigem Niveau erwartet

 

  • Heizöl aktuell bei 62-65 Cent/Liter
  • Rechtzeitig bevorraten: Lieferfristen bis zu 14 Tage
  • Verband setzt sich für technologieoffene Förderung ein

 

Preisanstieg beim Heizöl nach OPEC-Entscheidung – vorerst.

Der Ölpreis ist in aller Munde. – Obwohl die Einigung auf eine Drosselung der Ölförderung durch die OPEC-Staaten erst ab 2017 gilt, bewirkte sie bereits jetzt einen kurzen, aber rapiden Anstieg der Rohölpreise. Diesem folgte der Preis für Heizöl, ein Mineralölprodukt, direkt. Dass dieser Trend länger anhält, wird jedoch von vielen Seiten bezweifelt. Zum einen wird die OPEC ihre Förderung nur dann um 1,2 Millionen Barrel am Tag senken, wenn auch die Nicht-OPEC-Länder, allen voran Russland, zusagen, insgesamt 600.000 Barrel weniger zu fördern. Zum anderen zeigen Beispiele aus der Vergangenheit, dass die Mitgliedstaaten die getroffenen Abkommen nicht immer wie vereinbart umsetzen.

 

Ein Preisanstieg kann nur erreicht werden, wenn das Angebot knapper oder die Nachfrage größer wird. Durch eine Mengendrosselung versucht die OPEC das Preisniveau, das in den letzten Jahren eher zugunsten der Importeure und Verbraucher ausfiel, wieder auf ein für sie auskömmliches Niveau zu bringen.

 

Verband erwartet etwas höhere, aber weiterhin günstige Heizölpreise

Gegen einen übermäßigen Preisanstieg sprechen aber nicht nur die Bedingungen dieser Vereinbarung, sondern auch die flexible Produktion anderer Marktakteure. Die Schieferölbranche in den USA und Kanada kann die gestiegenen Preise nutzen, um ihre eigene Produktion sehr schnell wieder anzufahren. So würde deutlich weniger Öl vom Weltmarkt nachgefragt, da viele Kapazitäten US-intern bedient werden könnten.

 

„Wir rechnen mittelfristig damit, dass der Preis für Rohöl zwar steigt, aber mittelfristig nicht über dem Niveau von 60 Dollar je Barrel bleibt. Der Verbraucher würde bei solchen Rohöl-Börsenpreisen ungefähr 62 Euro pro 100 Liter Heizöl einer 3.000-Liter-Order zahlen. Eine Rückkehr zu Rohölpreisen jenseits der 100-Dollar-Marke erwartet derzeit kaum jemand“, erklärt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH).

 

In diesem Sinne rät der Verband weiterhin zu einer rechtzeitigen Bevorratung. „Verbraucher, die Heizöl für den Winter noch tanken müssen, sollten nicht zu lange zögern. Bei den kalten Temperaturen häufen sich die Bestellungen beim Heizölhändler und die Lieferzeiträume können bis zu zwei Wochen oder länger betragen“, ergänzt Henrik Schäfer, VEH-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer von Südwestenergie in Pforzheim. Ist der Tank gut gefüllt, lohnt es sich, die Preise regelmäßig zu beobachten, um bei „Preistälern“ besonders günstig einzukaufen.

 

Klimaschutz durch mehr Effizienz statt mehr Verbote

Neben der Preisentwicklung gab im ausklingenden Jahr auch die Klimapolitik Anlass zu Kontroversen um den Wärmemarkt. Nach den Vereinbarungen auf europäischer Ebene wurde anhand der verschiedenen Entwürfe zum Klimaschutzplan 2050 die zukünftige Energieversorgung in Deutschland diskutiert. Der VEH sprach sich in diesem Zuge deutlich gegen die angedachte umfängliche Elektrifizierung aller Bereiche des Lebens und Wirtschaftens sowie eine übermäßige rechtliche Regulierung der Heiztechnik aus. „Eine flächendeckende Wärmeversorgung mit Strom-Wärmepumpen und Solarthermieanlagen ist bei Betrachtung der technischen sowie baulichen Voraussetzungen und der Preisprognosen auch 2050 nicht realistisch“, gibt Funke zu bedenken. Eine Emissionsminderung könne praktikabler und schneller auch durch die intensivere Modernisierung der Heizungsanlagen erreicht werden.

 

Heizungsmodernisierung spart CO2 und Heizkosten

Bereits heute werden rund die Hälfte aller in Deutschland betriebenen Ölheizungen mit erneuerbaren Energien – vornehmlich Holzkaminöfen und Solarthermie – kombiniert. Dieses Potenzial gilt es im Sinne der Energiewende auszubauen. Eine Möglichkeit ist die Nutzung sogenannten Überschussstroms aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, der zugunsten der Netzstabilität bisher abgeregelt wird. Dieser kann mithilfe von Power-to-Heat-Hybridheizungen in die Wärmeversorgung eingebunden werden und somit bei Bedarf die Netze entlasten. An anderen Tagen heizt die hocheffiziente Ölbrennwerttherme. Solche sektorübergreifenden, intelligenten Lösungen würden durch starke gesetzliche Einschränkungen zugunsten strombetriebener Systeme verhindert.

 

„Wir plädieren für einen freien Wärmemarkt, in dem Verbraucher anhand ihrer eigenen finanziellen Voraussetzungen und entsprechend ihres Gebäudes das passende Heizsystem wählen können. Effiziente Lösungen sind aufgrund der niedrigeren Heizkosten auch für Verbraucher besonders attraktiv. Regulierungen wie Verbote bestimmter Technologien führen erfahrungsgemäß dazu, dass die installierte Heizung nicht modernisiert, sondern nur saniert wird und die Effizienzgewinne ganz ausbleiben“, betont Hans-Jürgen Funke. „Wir unterstützen durch eigene Förderprogramme der Branche den bisherigen Kurs der Regierung, Hausbesitzer durch Beratung und Unterstützung von einer Modernisierung ihres Heizsystems zu überzeugen.“

 

Über den VEH

Der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte e.V. (VEH) vertritt die Interessen von rund 450 vorwiegend mittelständischen Mitgliedsfirmen aus dem Brennstoff- und Mineralölhandel. Zum Verbandsgebiet gehören die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen. Die Mitgliedsunternehmen decken rund 80 Prozent des Marktvolumens aller im Verbandsgebiet ansässigen Händler ab, dies entspricht etwa einem Drittel des gesamtdeutschen Marktes für flüssige und feste Brennstoffe. Das Produktportfolio umfasst neben dem Energieträger Heizöl auch feste Brennstoffe wie Holzpellets und Kohle, Kraftstoffe, Schmierstoffe, technische Gase und vereinzelt auch Erdgas und Strom.

 

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